Heldenbogen

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Rollenspiel-Kartenspiel

Ein Heldenbogen ist nur ein Blatt Papier in einem Pen & Paper Rollenspiel. Ob daraus wirklich ein Charakter wird, der gespielt wird wie aus Fleisch und Blut, liegt beim Spieler.

Ein Heldenbogen enthält Daten wie die Talente des Helden, die magischen Fertigkeiten, das Inventar und Informationen zum Aussehen und der Vorgeschichte des Charakters. Das sind zunächst nur Zahlen auf einem Blatt Papier. Und sicherlich kann man einen Helden auch rein funktional spielen als ein Instrument, das dafür eingesetzt wird, um Abenteuer zu lösen, den vergleichweise seelenlosen Helden eines Computerspiels nicht unähnlich.

Der Held: Mehr als nur Zahlen und Daten!

Heldenzitate

Interessant wird ein Pen & Paper Rollenspiel aber erst dann, wenn es dem Spieler gelingt, sich wirklich in seinen Charakter hineinzuversetzen und er beginnt die Rolle auszuspielen. Wenn die Helden anfangen miteinander zu kommunizieren, miteinander zu leben, Konflikte ausleben und Freundschaften vertiefen. Damit verbunden sind oft Werte, die auf keinem Heldenbogen beschrieben sind. Denn das ist viel komplexer, als es ein paar Zahlen definieren können. Doch damit erwacht die Persönlichkeit eines Helden. Die Grenzen zwischen Pen & Paper Rollenspiel im Impro-Theater sind dann oft fließend.

Der Heldenbogen hat viele Namen. Er wird auch als Heldenbrief, Heldendokument und Charakterbogen bezeichnet. Es gibt den Heldenbogen auf Papier, manche Rollenspieler sitzen auch mit einem Laptop beim Pen & Paper Spiel und tragen Veränderungen im digitalen Heldenbogen ein. Wie wenig sinnlich und wie unmittelalterlich ist das. Doch nicht alle Helden leben im Mittelalter, es gibt ja auch Science-Fiction Rollenspiele.

Heldenbogengenerator oder handerstellte Helden?

Ursprünglich wurden die Basiswerte eines Helden mit dem Würfel ermittelt und dann in den gedruckten Heldenbogen eingetragen. Komplexe Regelwerke wie etwa „Das Schwarze Auge 4. Edition“ machen es schwer, einen Helden noch von Hand zu erstellen. Hier haben sich Heldengeneratoren etabliert, die dem Spieler die benötigten Rechenschiebereien abnehmen und daraus den kompletten Helden generieren. Das hat allerdings auch den Nachteil, dass ein neuer Spieler grundlegende Zusammenhänge wie das Spiel mit Vor- und Nachteilen nicht mehr verinnerlicht und er all zu schnell den fertigen Helden in den Händen hält, so wie er eben ist.

Gutes Rollenspiel braucht kein komplexes Regelwerk. Ein Heldenbogen darf durchaus auch einfach gestrickt sein. Tatsächlich kann ein all zu ausgefeiltes System sogar hinderlich sein, die eigene Rolle wirklich auszuleben. Wenn alles schon vordefiniert ist, entzündet das nicht notwendigerweise die Fantasie des Spielers. Ob ein Held tatsächlich Persönlichkeit entwickelt hängt nicht unbedingt von den Zahlen auf dem Heldenbogen ab, sondern von der Lust des Spielers, seinen Charakter nicht nur als Werkzeug einzusetzen, sondern ihn mit all seinen Schwächen und Macken auszuleben.